Projektvorhaben

Altstraßenforschung: Im Jahre 2011 entstand auf Initiative von Alfred Wolfsteiner der Arbeitskreis Altstraßenforschung („Andiamo“). Sein Ziel ist die Dokumentation der noch sichtbaren Reste alter Straßen und Wege durch die Oberpfalz. Neben historischen Karten und archivalischen Quellen dienen hierzu Geländebegehungen auf der Suche nach Hohlwegen, Orientierungsbäumen, Feldkapellen und Feldkreuzen. Wegbegleitend sind zudem archäologische Siedlungsspuren, Burgen und Burgställe sowie Kirchenpatrozinien wie etwa St. Nikolaus oder St. Jakobus.

Da häufig schriftliche Belege über die zeitliche Nutzung einzelner Trassen fehlen, ist aus der Literatur die Kenntnis der Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte der jeweiligen Region von Bedeutung, da der Verlauf alter Straßen- und Wege maßgeblich durch die jeweilige Herrschaft geprägt wurde (Straßenzwang) und die Sicherheit auf den Trassen durch sie oder ihre Beauftragten gewährleistet wurde (Geleit).

Ob eine Altstraßentrasse nur von lokaler Bedeutung war (z.B. als Mühlenweg, Holzweg), von regionaler Bedeutung (z.B. als Weg zum nächsten Rent- oder Bezirksamt, Marktort) oder von überregionaler Bedeutung (z.B. als Handelsverbindung großer Handelsstädte bzw. von Messeorten) erschließt sich oft nur aus der Gesamtschau einzelner Trassen und dem Hintergrundwissen aus der Wirtschaftsgeschichte.

Auf ebener Fläche sind alte Wegspuren meist überackert, durch neue Trassen überbaut oder zu einfachen Feldwegen herabgesunken. Oft haben sich alte Wegetrassen nur in Wäldern erhalten. Gerade an Steigungen bzw. Gefällstrecken entstanden durch den Einsatz von Bremshilfen („Hemschuhen“) an den Fuhrwerken tiefe Hohlwege bzw. ganze Hohlwegsysteme mit vielen Trassen nebeneinander, bis zu 20 und mehr.

Sehr hilfreich bei der Entdeckung alter Geländespuren im Wald ist seit einigen Jahren das Digitale Geländemodell, eine durch Scann erzeugte Darstellung der Erdoberfläche nach Wegrechnen des Bewuchses. Mit „LIDAR“ lassen sich nicht nur verschollene historische Bauten in dichten Urwäldern entdecken, sondern es lassen sich bereits Altstraßenspuren von geringer Tiefe erkennen, besonders wenn die Abbildungen von alten Wegetrassen noch durch Schummerung plastisch dargestellt wird.

Eine Vielzahl von parallel laufenden Trassen gilt als Hinweis auf die Intensität und lange Dauer der Nutzung einzelner Wege in früherer Zeit, wobei allerdings auch die Geologie des jeweiligen Untergrundes in Betracht zu ziehen ist. Bei lockerem Untergrund ist mit einer größeren Anzahl von Trassen zu rechnen.

Ein Mitarbeiter des Arbeitskreises Andiamo hat in den letzten Jahren für die ganze Oberpfalz sämtliche digitalen Karten TK 25 des Landesvermessungsamtes ausgewertet, eine Vielzahl von Hohlwegen zeichnerisch dokumentiert und auf Cloud gespeichert. Einzelne Trassen werden zudem mit Ausschnitten aus historischen Karten verschiedener Jahrhunderte ergänzt. An Altwegen interessierten Personen wird zur weiteren Erforschung und Dokumentation einzelner Trassen oder Abschnitten ein entsprechender Zugangscode zur Cloud überlassen. Allerdings wird eine ausführliche Beschreibung und möglichst fotographische Abbildung der begangenen Trassen erbeten. Gemeinsames Ziel ist eine Karte mit möglichst vollständiger Darstellung der Altstraßen der Oberpfalz. Entsprechende Teilkarten, wie etwa das Altstraßensystem zwischen Naab, Regen und der Donau südlich Burglengenfeld liegen bereits vor. Eine Beschreibung zum Verlauf der „Königsstraße“ zwischen Prüfening und Schwarzenbruck befindet sich in Arbeit.

Ein grundsätzliche Publikation mit Aufsätzen zu einzelnen Themen der Altstraßenforschung bzw. Verkehrsgeschichte der Oberpfalz liegt seit Herbst 2022 vor. Der Band „Auf alten Wegen durch die Oberpfalz – Zur Mobilität und Kommunikation in der Mitte Europas“, hrsg. von Tobias Appl und Alfred Wolfsteiner, erschien in der Reihe „Beiträge zur Geschichte und Kultur der Oberpfalz“ des Bezirks Oberpfalz. Der reichbebilderte Band im Umfang von fast 300 Seiten wurde beim Verlag Friedrich Pustet, Regensburg veröffentlicht.

Publikationsvorhaben:

Nach einer Reihe von Publikationen zur Geschichte der Stadt Schwandorf im Verlauf der letzten 35 Jahre, beginnend mit dem Nachdruck der sogenannten historischen „Pesserl-Chronik“ aus dem Jahre 1866, erscheint im Herbst 2023 der Band „Schwandorf“ in der Reihe „Kleine Stadtgeschichte“, wieder im Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.

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