Andiamo hat sein Ziel erreicht

Pressenotiz vom 31.07.2026 von Alfred Wolfsteiner

Der im Jahre 2011 gegründete Altstraßenarbeitskreis „Andiamo“, dessen ursprüngliches Ziel es war, vorerst ein Inventar der Altstraßen der mittleren Oberpfalz zu erstellen, legt nun nach 15jähriger Arbeit im Oberpfalzwiki ein Inventar der Altstraßen der gesamten Oberpfalz vor.

Auf der Grundlage der Topographischen Karten 1:25000 und des Digitalen Geländemodells wurden seit Sommer 2025 alle möglichen Altwege der gesamten Oberpfalz nach der Nummerierung der Topographischen Karten erfasst, dokumentiert und ausführlich kommentiert.

Auf der Basis der Schummerungskarten im „Bayernatlas“ skizzierte Lothar Dickerboom über ein dazugehöriges Zeichenprogramm sämtliche erkennbaren Altwegetrassen im Gelände. Ergänzt werden die Wege des digitalen Geländemodells durch Straßenverläufe aus den topographischen Karten des 19. Jahrhunderts und aus den Kartenblättern der Uraufnahmen, die zwischen 1808 und 1864 entstanden sind. Zusammen mit den Wegeverläufen des Digitalen Geländemodells hat sich die Kenntnis über Altwegetrassen der Oberpfalz vervielfacht.

Wichtig war den Autoren bei der Veröffentlichung die grundsätzliche Möglichkeit, die vorliegenden Karten zur weiteren Suche im Gelände auf mobile Geräte holen zu können. Sie liegen daher im Oberpfalzwiki auf Geodatenformaten wie KML, GPX und GeoJSON vor und können so direkt im Gelände eingesehen werden.

Alfred Wolfsteiner kommentierte seit Juli 2025 jedes einzelne der über 100 Kartenblätter und verweist in den ausführlichen Referenzen auf die Forschungsergebnisse früherer Forscher wie Dollacker, Rädle, List und Manske. Er versucht dabei, die Karten in einen möglichen historischen Kontext zu stellen und die Heimatforschung zu weiteren lokalgeschichtlichen Forschungen zu animieren.

Mit der Veröffentlichung der Altwegekarten auf Oberpfalzwiki ist das Ziel, ein Inventar der Altwege der Oberpfalz vorzulegen, erreicht. Bleibt zu hoffen, dass die vorgelegten Karten künftig für weitere Forschungen von Heimatforschern und Wissenschaftlern fleißig genutzt werden.

Inzwischen hat sich zudem ein Netzwerk gebildet, das Altwegeforscher in der Oberpfalz mit Kollegen in Thüringen, Sachsen, Tschechien und Österreich verbindet. 

https://www.oberpfalzwiki.de/Altstra%C3%9Fen_in_der_Oberpfalz

Sendung Oberpfälzer Heimat: Historische Altstraßen

Interview mit Alfred Wolfsteiner (Autor und Heimatforscher) zum Thema Altstraßen in der Oberpfalz

Auf welchen Wegen sind die Menschen in der Oberpfalz vor hunderten oder tausenden Jahren gewandelt? Dieser Frage ist Heimatforscher Alfred Wolfsteiner nachgegangen.

Sendung OTV am Donnerstag, 23.07.2026 , 17:55 Uhr

https://www.otv.de/mediathek/video/oberpfaelzer-heimat-vom-23-07-2026

Die Sendung ist nur zeitlich begrenzt in der Mediathek.

Hinweis:

https://www.oberpfalzwiki.de/Altstra%C3%9Fen_in_der_Oberpfalz

80 Jahre danach – Das erste Nachkriegsweihnachten 1945

Beitrag des Autors Alfred Wolfsteiner zur Sendung bei OTV vom Di., 30.12.2025, 18:30 Uhr

Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Deutschland ist vielerorts zerstört. Viele Männer sind gefallen, vermisst oder in Kriegsgefangenschaft. Dafür leben viele Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten in den Häusern bei den Einheimischen. Die Nahrungsmittel sind knapp. Geld ist nichts wert. Und in dieser Gemengenlage steht Weihnachten vor der Tür. Weihnachten 1945, das erste Nachkriegs-Weihnachten.

https://www.otv.de/mediathek/video/80-jahre-danach-teil10-nachkriegsweihnachten-1945

Hinweis: Die Sendung ist nur zeitlich begrenzt in der Mediathek.

Was bleibt von der WAA Wackersdorf?“

Zeitzeugengespräch im Staatsarchiv Amberg

Am Dienstag, 28. Oktober 2025 um 17 Uhr erinnert das Staatsarchiv Amberg mit einem Zeitzeugengespräch an die Proteste gegen die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Wackersdorf.

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„WAA NEIN!“ In den 1980er Jahren sah man diesen Slogan überall in der Oberpfalz: Auf Flugblättern, Pla-katen, Buttons oder als Graffiti an Hauswänden brachte er kurz und prägnant den Widerstand in der Bevölkerung gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) zum Ausdruck, die damals in der Nähe von Wackersdorf entstehen sollte. Staatsregierung und Betreibergesellschaft hatten bei der Standortwahl auf die Akzeptanz seitens einer konservativen und industriegewohnten Bevölkerung gesetzt, die nach dem Ende des Braunkohleabbaus auf neue Arbeitsplätze hoffte. Der heftige Protest kam überraschend. Schon bald formierten sich Bürgerinitiativen, mit denen sich kirchliche Gruppen, Umweltschutzorganisationen und Atomkraftgegner aus ganz Deutschland und Österreich solidarisierten. Nach jahrelangen Protestaktionen und Demonstrationen am Bauzaun, die zunächst friedlich verliefen, 1986 und 1987 jedoch eskalierten, wurden die Bauarbeiten 1989 eingestellt.

Was bleibt? Die Geschichte der WAA ist im Staatsarchiv Amberg durch eine umfangreiche schriftliche Überlieferung dokumentiert. Sie stammt von Behörden, die mit der Planung, dem Bau und den Auseinandersetzungen um das Projekt befasst waren, allen voran Landratsamt Schwandorf, Polizei und Staatsanwaltschaft, aber auch von Bürgerinitiativen und Einzelpersonen. Unter den privaten Unterlagen besitzen die Vereinsunterlagen und das Sammlungsgut der Bürgerinitiative Schwandorf gegen Atomanlagen e.V., die nach der Auflösung der Initiative an das Staatsarchiv abgegeben wurden, hinsichtlich Umfang und inhaltlicher Aussagekraft zweifellos besondere Bedeutung. Nach wiederholten Nachlieferungen ist die Übernahme nun abgeschlossen.

Archivoberrat Dr. Till Strobel gibt einleitend einen Überblick über die im Staatsarchiv Amberg vorhandeneWAA-Überlieferung amtlicher und privater Provenienz. Diese Bestände sind bisher kaum wissenschaftlich erforscht oder ausgewertet. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen liegt dabei auf dem Bestand der Bür-gerinitiative Schwandorf.

Im Zeitzeugengespräch berichten anschließend Alt-Landrat Hans Schuierer, Symbolfigur des friedlichen politischen Widerstands gegen die WAA, sowie Wolfgang Nowak und Alfred Wolfsteiner als ehemalige Vorstandsmitglieder der BI Schwandorf über ihre Erlebnisse. Sie gehen dabei auch der Frage nach: Waskönnen wir aus den Ereignissen in Bezug auf unsere Demokratie und Rechtsordnung lernen?